Was bringt es …


Ein Gastbeitrag von Uwe Schütte



Scharmützel, Späße, Neckerei und teilweise auch gefährliche Ideen beim Umgang mit Werbeanrufern – gepostet im tellows-Forum

Rufumleitung zur Polizei und anderen behördlichen Stellen
Einige Nutzer berichten stolz von ihrer Strategie, dass sie mittels geeignetem Router Werbeanrufer an Behörden und Polizei umleiten.

Bedenklich. Bei einer punktuellen Rufumleitung von bestimmten Rufnummern zu anderen Rufnummern wird statt der Rufnummer des Ursprungsanrufes unter Umständen die eigene Rufnummer übertragen, und somit gerät man auch in die Störerhaftung als Mitverursacher.


Aller Wahrscheinlichkeit nach sogar Strafbar. Missbrauch von Notrufeinrichtungen steht unter Strafe Anrufe auf das lokale Revier oder offizielle Sprechstellen behindern den Betriebsablauf und stören auch die Erreichbarkeit derer durch normale Bürger. Die eigene Erreichbarkeit wird zudem dadurch eingeschränkt, da hierfür mindestens zwei Rufnummerngassen des eigenen Anschlusses für die Dauer der Werbeanrufe blockiert werden. Diese Art der Anlagennutzung ist außerdem nur für Personen mit mehreren Rufnummern vorbehalten. Personen mit nur einer Rufnummer können keine individuellen Rufumleitungen aufsetzen.

Werbeanrufer untereinander zueinander umleiten
Kann man machen, ist aber nicht zielführend. Auch hier wird in den meisten Fällen die eigene Rufnummer als Verursacher an den Endpunkt der Telefonie weitergegeben, so besteht die Gefahr, selbst geblacklistet zu werden und als Werbeanrufer fälschlich identifiziert zu werden. Die eigene Erreichbarkeit wird zudem dadurch eingeschränkt, da hierfür mindestens zwei Rufnummerngassen des eigenen Anschlusses für die Dauer der Werbeanrufe blockiert werden.

Trillerpfeifen und Frequenzgeneratoren
Strafbar. Anrufer bewusst zu schädigen steht niemandem zu, es gab schon Prozesse von Callcentern und Mitarbeitern gegen potenzielle Kunden (Opfer) wegen Schmerzensgeld. Egal
wie lästig Telefonsklaven sind, Selbstjustiz ist keine Lösung!

Pöbelei und wüste Beschimpfungen
Sinnlose Aufregung, Telefondienstleister sind da ohnehin abgehärtet, da in den meisten Fällen vorgeschaltete Anwählautomaten bestimmen, wer angerufen wird, hat man damit auch keinen wirklichen Vorteil gegenüber eines Callcenters. Bandansagen, die ebenfalls gerne verwendet werden um von vermeintlichen Gewinnen zu berichten, haben ohnehin keine Ohren und lassen sich nicht beeindrucken.

Taktische Frage-Antwortspiele
Zeit ist kostbar, sehr kostbar. Eine gelungene in die Länge gezogene Konversation kostet einem Callcenter mehr als es bringt. Abgesehen davon, dass es deine Zeit kostet,
ist dies eine willkommene Form des zivilen Ungehorsams und auch ideal um Callcentern das Geschäft zu erschweren.

Wer es geschickt anstellt und trickreich vorgeht, erfährt sogar woher Callcenter die eigene Nummer haben, und im Netz kursieren etliche Gesprächsvorlagen in Baumstruktur, mit denen man Callagenten so richtig nerven kann. In der Zeit in der du den Callagenten sozusagen zwangsbeschäftigst, kann dieser weniger Gespräche mit anderen führen, genauer gesagt, gar keines. Halte ihn, wenn du Lust hast so lange hin, wie du kannst. Die meisten Agenten sehen das dann am Ende des Tages an ihrer Provision. Vermeide es aber jegliche Art der Zustimmung zu seinen angebotenen Leistungen zu tätigen, und nehme niemals das Wort „Ja” in den Mund. Übrigens lügen ist manchmal auch hilfreich, nichts ist schlimmer für ein Callcenter als schmutzige Datensätze die weder von dir, noch einer anderen real existierenden Person stammen.

Rufumleitung zu „Telefonpaul” oder „Frank geht ran“ und anderen lustigen Abwimmelrufnummern
Für Personen mit entsprechender Hardware bedingt zu empfehlen, in jedem Fall aber besser als illegale Methoden. Telefonpaul ist eine Bandansagemaschine, die ungebetene Anrufer mittels eines flotten Spruchs abwimmelt und auch keine Nachrichten entgegen nimmt, sozusagen ein Anrufentgegennahmegerät welches mit einem gesonderten Anrufbeantworter für Spam gleichzusetzen ist. Die Spaßtelefonansagedienste verfügen meist über eine eigene Festnetznummer sowie eine Mobilfunknummer. Beachten Sie eventuelle Kosten die durch Weiterleitungen dadurch entstehen können.

Unschlagbarer Vorteil, man braucht keinen separaten Anrufbeantworter, nur für Werbeanrufer.

Anzeige bei der Polizei
Die Polizei ist bei allgemeinen Werbeanrufen oder Störanrufen der falsche Ansprechpartner, die Polizei ist nur dann zuständig, wenn der Anrufer sich eindeutig kriminell
verhält. Wie beispielsweise der Versuch des Enkeltricks oder die Anwendung von anderweitigen Tricks für direkten materiellen Schaden.

Eine Onlinebeschwerde bei der Bundesnetzagentur ist zwar der bessere Weg, aber auch hier ist der Erfolg nicht garantiert. Viele Rufnummern von Werbeanrufern sind gespooft (gefälscht). Die Callcenter sitzen oftmals auch dann im Ausland außerhalb der EU in einem Land in dem eine Strafverfolgung durch deutsche Strafverfolgungsbehörde schwer oder gar unmöglich ist.

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur
Erfolgsaussichten gering, aber der beste juristische Weg den man einschlagen sollte um zumindest diese Anrufe aktenkundig zu machen, ist aber im Verhältnis zum
zu erwartenden Erfolg sehr aufwändig und nur Personen mit zu viel Tagesfreizeit zu empfehlen.

Rufnummern blockieren
Irgendwann ist auch der größte Rufnummernspeicher ausgelastet. Bei Routern, die sogenannte Wildcards akzeptieren, ist noch ein wenig mehr herauszuholen. Es ist eine der nervenschonendsten Umgangsformen und erfordert lediglich Basiskenntnisse.

Wildcards, was ist das?
Bei einer Fritzbox kann man durch das Hinzufügen einer unvollständigen Rufnummer auch ganze Rufnummerngassen sperren, sodass man bis hin zur Landesvorwahl ganze Länder von dem eigenen Anschluss fernhalten kann. Jedoch erfordert diese Lösung einen gewissen Sachverstand, damit man keine Verwandtschaft und Freunde durch zu grobe Sperren ausschließt.

Wenn einem keine Verwandten oder Bekannten oder Serviceanbieter aus München bekannt sind, so kann man beispielsweise alle Anrufe aus München mittels Sperre der Vorwahl 089 fernhalten. Hat man jedoch das Problem, dass in München Verwandtschaft wohnt oder andere Erreichbarkeiten gewährleistet werden müssen, so empfiehlt es sich die Rufnummerngasse durch Eingabe weiterer Zahlen der Nummer des zu sperrenden Anrufers zu verkleinern. Je länger die Nummer, umso kleiner die Anzahl der Apparate die einen nicht mehr erreichen können.

Gegen aufdringliche Lebensmittelfernverkäufer aus Spanien hilft z.B., sofern dort keine Erreichbarkeiten gewährt werden sollen, auch die Vorwahl 0033 als Sperre

Rufnummern auf einen speziellen AB umleiten
Wer eine geeignete Telefonanlage mit ausreichender Kapazität hat, kann zu dieser Maßnahme greifen. Ich persönlich leite alle unbekannten Anrufer, die ihre CLIP-ID (Rufnummer) nicht senden auf einen Anrufbeantworter auf dem man Nachrichten hinterlassen kann, der auch im Text dazu auffordert besser erneut mit sichtbarer Anruferkennung anzurufen.

Verwendung einer tellows-App oder des Festnetz-tellows-Blockers
Das Gerät ist dafür ausgelegt einen sehr hohen Anteil an Werbeanrufern und Störern bereits dann schon wegzufangen, wenn man noch keine eigene Kenntnis von der Art und Nummer des Anrufes hat. Hinter dem Blocker steht eine starke Community, welche mittels vorhandener Schwarmintelligenz stetig an neuen Rufnummern dazugewinnt. Hierbei immunisieren die bereits geschädigten Personen den Rest des Schwarmes, sodass innerhalb der Community der Schaden durch die Kollaboration der Mitglieder und Gastschreiber möglichst klein gehalten wird.

Selbiges trifft auch auf die Anwendungen für Mobiltelefone sowie die Listen der AVM-Fritzbox zu. Auch hier ist der Angerufene entweder vorgewarnt oder das Mobilgerät unterbindet den Störanruf. Der Festnetzanrufblocker von tellows kann übrigens auch mit persönlichen Sperren erweitert werden, wahlweise bekommt der Anrufer auch einen Spruch zu hören, der auf dem Blocker werksseitig hinterlegt ist.

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