Wir stellen vor: Die gängigsten Arten von Werbetelefonaten


Ein Gastbeitrag von Uwe Schütte

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die verbreitetsten Möglichkeiten von Werbeanrufen und klärt auf, was wirklich dahinter steckt. Die folgenden Kategorien sind dennoch nur eine Auswahl und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird immer wieder neue Maschen geben um Personen über das Telefon hinter’s Licht zu führen und zur Herausgabe von persönlichen Informationen zu bringen.


Enkeltrick

Meinungsforschung

Lebensmittelvertrieb (Ausland)

Gewinnspielfalle

Franchaise-Call

Branchenbuchbetrug

Zeitschriftenabos

Pinganrufe

Lost Calls

Enkeltrick

Betrüger geben sich gerne am Telefon anrufenderweise bei alten Menschen als nahe Verwandte aus, und haben oft Not, entweder Krankenhaus, Unfall oder im Ausland ausgeraubt worden zu sein. Auch ein plötzlicher Immobiliendeal der zu platzen droht oder auch ein defektes Auto im Urlaub sind beliebte Gründe.

Die Betrüger bewegen das vermeintliche Opfer zur Bank zu gehen oder das Ersparte aus der Wohnung einem bis dato unbekannten Freund (Mittelsmann) auszugeben. Die Auszahlung Die Betrüger verschwinden dann genau so schnell wie sie gekommen sind.

Stellen Sie eine Fangfrage wenn sie sicher gehen wollen, dass es sich um die besagte Person handeln könnte und sie keine Rufnummer dieser Person zur Hand haben um sie zu erreichen um mittels Gegenanruf die Echtheit zu überprüfen. Rufen Sie auf keinen Fall die eingeblendete Rufnummer im Display an, die Inhnen da gezeigt wird, falls überhaupt eine zu sehen ist. Wenn Sie sicher gehen wollen, sperren sie wenn möglich die Rufnummer, oder / und legen sie sofort auf!

Meinungsforschung

Echte Meinungsforschung hat folgende Merkmale:

  • Deutsche Festnetznummer (rückrufbar)
  • Vertrauenswürdige repräsentative Webseite
  • offiziell eingetragen im Steuer-Register (Umsatz-Steuernummer)
  • Ein ordentliches Impressum und Sitz in Deutschland
  • Möglichkeit des Opt.Out. Das heisst dass Sie sich auch austragen lassen können
  • Seriöse Meinungsforschungsinstitute haben immer Ihre Zustimmung
  • Seriöse Meinungsforschungsinstitute stellen sich am Telefon sauber vor
  • Seriöse Meinungsforschungsinstitute rufen so gut wie nie aus eigenem Antrieb an

Diese Institute sind äußerst selten, aber es gibt sie. Wie z.B. die Stiftung Warentest und GFK sind sauber! Ohne Ihr Einverständnis tun die nämlich NICHTS!

Viele Firmen geben allerdings Aufträge an unseriöse Firmen aus dem Ausland. Ebenso suchen sich solche Firmen auch gerne selbst neue Betätigungsfelder in dem sie selbst an andere Firmen auf Provisionsbasis herangehen. Oftmals rufen auch vermeintliche Meinungsforschungs-Firmen unter falschem Vorwand an, so wird im Rahmen einer vermeintlich sauberen Umfrage zu Internet und Telefonie oder Energie einem gern mal ein Anbieterwechsel vorgeschlagen.

Da die meisten Menschen heute aber so gut wie resistent gegen unbekannte Anrufer sind, nutzen die Callcenter vorrangig aus dem Ausland agierende Voice over IP Telefoniedienste, die sie mit falschen Rufnummernanzeigen betreiben.

Einige verknüpfen solche virtuellen Internetanschlüsse mit deutschen Prepaid-Handykarten um deren Rufnummern zu verwenden. Der Kunde glaubt so, dass es sich um eine deutsche Rufnummer handelt. Bei solchen Anrufen handelt es sich um Drückerbuden die teils sogar mit unlauteren Mitteln arbeiten. Einige deutsche grosse Mobiltelefonie-Anbieter sind auch schon aufgefallen, diese haben solche Buden auch schon einmal Zugang zum Vertrieb und zu Kundendatenbanken gewährt oder solche Zugänge nicht gegen Missbrauch abgeriegelt. Anrufe zum Beispiel von Vodafone über eine nicht vorher kommunizierte Handynummer sind nicht von Vodafone, dahinter stecken Provisionsgeier! Auch rufen die nicht ohne Rufnummernanzeige an.

Lebensmittelvertrieb (Ausland)

Vorwiegend vermeintliche Bio-Pasta aus Italien oder Weine werden gern via Telefon angeboten. Vorsicht! Zum Einen werden wertvolle Bankdaten gesammelt, zum anderen wird die Ware oft nicht verschickt! Haben Sie zuvor im Urlaub in Italien nicht mit einer Firma Kontakt gehabt, die Ihnen vor Ort Fernabsatzhandel angeboten hat, dann ist es höchstwarscheinlich Betrug. Italien ist nur ein Beispiel, da es hier besonders stark mit solchen Vorfällen vertreten ist. Solche Betrügereien kann es auch aus anderen Ländern heraus geben. Die ergaunerten Nutzerdaten und Bankdaten werden an Adresshändler verkauft. Man sagt auch im neudeutschen bzw. englischen: „Lead“-Generierer.

Gewinnspielfalle

Hier gibt es mehrere Untergruppen:

  • Datensammler
  • Abzocker
  • begleitender Fernabsatz (Verkauf)

 

Datensammler

Das Gewinnspiel existiert gar nicht, oder es wird einem vorgegaukelt, dass man in einer Vorrunde sei und nun ein paar Fragen hätte und auch eine Adresse oder eine Bankverbindung bräuchte um den vermeintlichen Gewinn auszuschütten, bzw. zuzustellen. Ziel aber ist es, nur Daten zu sammeln.

Abzocker

Das Gewinnspiel existiert gar nicht oder es wird einem vorgegaukelt, dass man in einer Vorrunde sei und nun ein paar Fragen hätte und auch eine Adresse oder eine Bankverbindung bräuchte um den vermeintlichen Gewinn auszuschütten, bzw. zuzustellen.

Ziel aber ist es NICHT nur Daten zu sammeln. Mit den ergaunerten Bankdaten werden Abbuchungen durchgeführt oder Online-Einkäufe getätigt.

Besonders beliebt ist auch die Masche, dass man sich bei einem kostenpflichtigen Gewinnspielservice angemeldet haben soll, den man nun kündigen und bezahlen soll, oder den man wegen verstrichener Widerrufsfrist bezahlen soll. Um zahlungsunwillige Kunden zu gewinnen, werden oft Rabattierungen gewährt, das heißt eine vermeintliche Teilschuld wird erlassen. Das unwissende Opfer bezahlt dann freiwillig.

Begleitender Fernabsatz

Dem Opfer wird vorgegaukelt, dass er einen hohen Betrag oder eine Reise oder ein anderes beliebtes Luxusprodukt gewonnen habe. Um den Gewinn aber steuerfrei an den Gewinner zu übermitteln, soll dieser eine Courtage im Vorfeld zahlen oder ein Zeitschriftenabo abschließen. Vorschussbetrug, so wie unerlaubte Praktiken beim Vertragsvertrieb. Hinter diesem Treiben stehen oft nicht die Verlage, sondern auch Provisionsarbeiter bzw. Callcenter, die durch Vermittlung Provision bekommen.

Die Grenze zum sogenannten Franchaise Call sind fließend. Bei diesem agieren hauptsächlich selbsternannte aktive Call Center mit eigenem Antrieb und verkaufen alles mögliche auf Provisionsbasis. Die Firmenverbindungen werden oft aus dem Ausland hergestellt, da es für Call Center innerhalb Deutschlands Regeln gibt, die eine rabiate Verkaufsmasche so nicht zulassen.

Branchenbuchbetrug

Wie Pilze schiessen sie aus dem Boden. Branchenbücher deren Namen lediglich die Initiatoren dahinter kennen.

Es gibt in Deutschland die gelben Seiten für Firmen und einige hochtechnisierte Spezialkataloge, die von sauberen echten Verlagen stammen.
Deren Geschäftsbedingungen sind klar strukturiert und auf der Homepage einzusehen. Auch sind deren Angaben stehts korrekt mit Impressum und Umsatzsteuernummer versehen. Sie können auf unterschiedlichstee Arten und Weise Opfer einer der Abzockmaschen von Branchenbuchunternehmen werden. Wir zeigen auf, welche Methoden angewendet werden und welche juristischen Argumente gegen die Zahlungsforderungen angeführt werden können.

Branchenbuchunternehmen rufen bei Unternehmen an, holen Adressdaten ein oder versenden gleich Briefe. In diesen werden sie aufgefordert, ihre Adressdaten für die Registrierung in ein Branchenverzeichnis einzutragen oder zu aktualisierende Daten bzw. zu ergänzende Eintragungen vorzunehmen. Erst im Kleingedruckten ist der Hinweis enthalten, dass es sich nur um ein Angebot handelt, das auf den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages aus ist.

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sehen dabei häufig eine Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren bei jährlichen Kosten von oft über 500 € vor. Durch die Optik des Schreibens wird der Eindruck erweckt, es handele sich um einen bereits kostenfrei veröffentlichten Eintrag in ein Branchenbuchverzeichnis, der lediglich auf seine Richtigkeit und Aktualität überprüft werden soll.

Andere Branchenbuchunternehmen gehen so vor, dass sie unaufgefordert Schreiben oder Faxe verschicken, die einer Rechnung ähneln. Der Hinweis, dass noch gar kein Vertrag existiert, sondern dieser erst durch Zahlung des angegebenen Betrags zustande kommen soll, wird dabei im Kleingedruckten gerne versteckt. Häufig gehen diese versteckten Zusatzbedingungen im laufenden Betrieb im Büro unter, sodass das Schreiben als echte Rechnung eingeordnet und bezahlt wird.

Teilweise wird sogar auch der Eindruck erweckt, es handele sich um ein offizielles behördliches Schreiben, in dem Kosten für einen bereits erfolgten Eintrag in ein amtliches Verzeichnis, verlangt werden. Dabei helfen oft täuschend echte Symboliken und Siegelstempel oder Staatsinsignien oder Figuren die denen gleichen, bzw. sehr ähnlich sind. Dass es sich um das kostenpflichtige Angebot eines privaten Anbieters handelt, geht aus den Schreiben meist nicht hervor. Auch in diesen Fällen bezahlen viele Betroffene die angebliche aber falsche Rechnung.

Die Dubiosen Anbieter melden sich wie oben beschrieben von selbst bei Firmen , Arztpraxen und anderen gewerblich niedergelassenen Personen und Instanzen und bitten um eine Bezahlung für noch nicht erbrachte Tätigkeiten oder auch für das berichtigen von absichtlich falsch eingetragenen Firmendaten, dem Gespräch , Schreiben oder Fax kann man nicht wirklich sehr schnell entnehmen dass hier Betrug im Spiel ist. Bevor man sich einem Branchenbuch anschliesst, empfiehlt sich immer die Google-Suche oder die Suche bei sogenannten Internetzeitmaschienen die in regelmässigen Abständen ganze Webseiten in einem Snapshot festhalten. Man kann in deren Cache zb. die Seite von N24 vor 5 Jahren einsehen, auf diese Art findet man auch das ein oder andere von namentlich genannten Verantwortlichen des vorhandenen Impressums auf der jeweiligen Seite

Zeitschriftenabos

„Sie haben die Chance auf zwei Freikarten bei Günther Jauch wenn sie jetzt diese Zeitung abonnieren, sie zahlen auch nicht den regulären Ladenpreis“, Kampfansaagen ohne Ende, und ein Angebot nach dem anderen. Mit solch überschwänglichem Geplansche beginnen die meisten Zeitschriftendrücker am Telefon ein Gespräch, kaum ist das Abo in Sack und Türen, kommt das böse Erwachen. Zum einen, weil sich nun absolut kein Rabatt oder Zugewinn feststellen lässt, aber auch weil man in einem Abo auf Zeit gebunden ist, und nicht mehr austreten kann. Es wird hier zu oft auch verlangt dass der Kunde der gesetzlichen Widerrufsfrist entsagt und diese außer Kraft setzt. Hier hilft nur eines, Gesang kommt nur gut, wenn man es in Gesellschaft tut oder dieser aus dem Radio kommt. Am Telefon soll dieser nur vor dubiosen Nebenwirkungen täuschen und ablenken. Dringend auflegen!

Pinganrufe und Lost Calls

Diese Anruferarten werden hier in einem Artikel zusammengefasst, da das Erscheinungsbild ziemlich ähnlich ist.

Es gibt nämlich auch Regeln für den reibungsfreien Betrieb von Wählautomaten aus Callcentern. Werden diese aber nicht eingehalten, kommt es zu solchen unerwünschten Nebeneffekten:

Silent Calls, auch unter der Bezeichnung Lost Calls oder Abandoned Calls bekannt, treten dann auf, wenn von einem Wählautomaten (Dialer) Anrufe getätigt werden, der abnehmende Teilnehmer aber nicht an einen Agenten durchgestellt werden kann. Silent Calls können entstehen, wenn sogenannte vorrausschauende Wählautomaten bzw. Predictive Dialer mehr Anrufe tätigen als freie Agenten verfügbar sind.

Kaskadierung von Anrufen mit modulierter Nummer um den Anschluss auf Erreichbarkeit zu prüfen. In kurzer Zeit gehen zwei bis drei Kurzanrufe mit zwei verschiedenen Rufnummern ein, die lediglich ein Freizeichen abwarten.

Auf diese Art klopft man auch sequenzielle Sperren in der Telefonieeinrichtung des Zieles ab. Besonders auffällig ist hierbei die Methode, dass Nummern angezeigt werden, die dem Zufall und keiner Regel entsprechen, da sie entweder aus einer Reihe von Nullen und Einsen bestehen oder unüblich lang ausfallen. Bis zu 26 Zeichen sind schon untergekommen.

 

Sechs Jahre ist das gute Gesetz nun alt, das deutschlandweit Verbraucher vor Werbeanrufen schützen soll. Seit 2009 ist es nämlich grundsätzlich verboten, Leute ohne deren vorherige, ausdrückliche Aufforderung anzurufen und ihnen etwas verkaufen zu wollen. Nur leider funktioniert das Verbot dieser „Cold Calls“ wohl nicht besonders gut – viele Callcenter halten sich offenbar nicht daran. Warum auch, man sitzt ja jetzt im Ausland! So gab es im vergangenen Jahr über 26.000 Beschwerden von Verbrauchern wegen unerlaubter Werbeanrufe. Die Dunkelziffer ist mit Sicherheit höher! Bei solchen Anrufen können Bußgelder von bis zu 300.000 Euro verhängt werden. Und selbst bei legalen Werbeanrufen darf die Nummer nicht unterdrückt sein. Das alles ist aber seit der Öffnung der Büchse der Pandora mehr als wertlos. Durch die Einführung der Onlinetelefonie sind landesspezifische Vorwahlen nicht mehr regulär an die jeweilige Region gebunden, und können von überall agieren! Auch das fälschen von Rufnummern, genannt Spoofing ist jetzt schon etwas das sogar Schulkinder beherrschen. Die Bundesnetzagentur ist mit Ihrer Entwicklung leider noch immer etliche Jahre zurück und kann solche Anrufe weder zurückverfolgen noch sperren!

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  1. #1 von Autoanakuf - 18. September 2016 zu 22:58

    coole sache weiter so 😀

(wird nicht veröffentlicht)

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