Wenn ihr Opfer einer Abzocke geworden seid und nochmals abgezockt werdet

Facebooktwitterpinteresttumblrmail

Wenn Opfer auf Anraten der „Polizei“ eine Scheinzahlung durchführen sollen

In einigen Fällen ist es vorgekommen, dass Betrüger einem Verbraucher erst Geld abgezockt hatten und sich dann – einige Tage später – als Polizei ausgegeben haben, um diesen erneut abzuzocken. Das ganze Prinzip fußt generell auf einem Betrugsmodell, das aus der Türkei heraus durchgeführt wird:

1. Anruf: „Sie haben ein Auto gewonnen“

Die Betrüger gehen dabei äußerst systematisch und durchaus auch clever vor. Im ersten Gespräch gibt sich ein Callcenter-Mitarbeiter des Abzockers als Notar aus und gratuliert euch zu einem tollen Gewinn: ein nagelneuer Pkw! Das klingt gut, ist es aber nicht, da es schlichtweg nicht stimmt! Denn der Anrufer gibt an, dass das Fahrzeug aus der Türkei zum Gewinner überstellt werden muss. Und hierfür werden nach Angaben des Pseudo-Notars einige Hundert Euro vorab fällig. Wer diese nun überweist, ist das Geld los.

2. Anruf: „Wir brauchen noch mehr Geld“

Geschädigte, die guten Gewissens das Geld überwiesen haben, werden nochmals abgezockt: In diesem Fall meldet sich der Callcenteragent als Notar erneut und bittet euch um eine weitere Zahlung für unvorhergesehene Steuern oder sonstige Überstellungsgebühren. Dann ist auch dieses Geld weg – einen Gewinn gibt es allerdings nicht.

3. Anruf: wenn die Polizei helfen möchte

Wenn ebendiese oder eine ähnliche Masche angeschlagen hat, geben sich viele Betrüger nicht mit dem ergaunerten Geld zufrieden. Ganz im Gegenteil: Sie machen einfach weiter, indem sie sich als Polizisten beziehungsweise Kriminalbeamte ausgeben. In diesem Anruf weist der Callcenteragent darauf hin, dass ein Teil der Bande dingfest gemacht werden konnte – und ihr habt nun die Möglichkeit, euer Geld wiederzubekommen. Zu diesem Zweck erhaltet ihr von dem falschen Beamten dann ein Aktenzeichen und den Hinweis, dass sich in einigen Minuten oder Stunden ein Kriminalbeamter mit weiteren Einzelheiten melden wird. Besonders tückisch: Die Anrufer manipulieren die Nummer, sodass ihr den Anschein habt, dass euch tatsächlich jemand von der Polizei anruft. Denn wenn ihr die Nummer auf dem Display zurückruft, landet ihr tatsächlich bei der echten Polizei!

4. Anruf: die Scheinüberweisung

Wie beim dritten Anruf besprochen, meldet sich nun ein anderer Anrufer – ein anderer Callcentermitarbeiter –, der sich als Kripobeamter ausgibt. Er nennt euch in diesem Fall auch direkt das vorher definierte Aktenzeichen, um euch erneut das Gefühl von Sicherheit und Seriosität zu geben. Da diese Banden besonders gut organisiert sind, gehen die Betrüger noch weiter: So haben diese sehr oft Kenntnis über weitere Daten des Anrufers: Name, Adresse, Geburtsdatum und nicht selten sogar eine Bankverbindung. In diesem Fall wurden die Daten unrechtmäßig erworben, denn es gibt leider tatsächlich eine Art illegalen Markt, an dem mit Verbraucherdaten gehandelt wird. Der „Kripobeamte“ macht sich die Kenntnis über eure Daten nun zunutze und liest euch zum Zweck der Identitätsbestätigung eure Daten vor. Nun seid ihr unter Umständen vollends überzeugt, dass es sich mit Sicherheit um einen Polizisten handelt. Von wegen! Denn nun kommt die nächste Abzocke: Der Pseudo-Polizist behauptet, dass die Betrüger größtenteils gefasst wurden. Um jedoch den letzten Schritt zu tätigen und die restlichen noch aktiven Abzocker überführen zu können, solle man schnell eine Scheinüberweisung ausführen. Und wer das macht, ist erneut sein Geld los. Die Anrufer sind perfekt geschult und besonders überzeugend. So sagen diese, dass eine Spezialgruppe bereits am Fall dran ist und lediglich eine Scheinüberweisung als weitere Grundlage für die Festnahme braucht. Das Geld sollt ihr laut Anrufer selbstverständlich direkt erstattet kriegen. Zudem sollt ihr selbstverständlich das Geld zurückerhalten, das in Zusammenhang mit der Pkw-Masche ergaunert wurde.

Doppelt abgezockt – Anzeige erstatten

Ihr könnt in jedem Fall davon ausgehen, dass euch ein Polizist oder ein Mitarbeiter einer ähnlichen Behörde niemals darum bitten wird, eine Geldleistung zu überweisen! Ferner werdet ihr auch in der Regel nicht um Mithilfe in einem Fall gebeten – schon gar nicht in einer derartigen Weise. Es handelt sich dabei schlichtweg um Abzocke und gemeinen Betrug. Da diese Leute allerdings bewusst aus dem Nicht-EU-Ausland agieren, ist es für hiesige Behörden sehr schwer, einzugreifen. In den meisten Fällen ist das Geld daher weg. Ihr solltet aber in jedem Fall Strafanzeige erstatten.

Facebooktwitteryoutubeinstagram

One thought on “Wenn ihr Opfer einer Abzocke geworden seid und nochmals abgezockt werdet

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *