Neuste Erkenntnisse der Uni Karlsruhe: All Net Flatrates nicht in jedem Fall die beste Wahl

Es ist Ende des Monats und die Mobilfunkrechnungen kommen ins Haus. Vor allem, wenn der eigene Nachwuchs ebenfalls mit einem Postpaid-Vertrag versorgt wurde, gab es oftmals böse Überraschungen. Abhilfe schafften Prepaid-Tarife. Hiermit konnten die Kosten besser kontrolliert werden. Um zu telefonieren, lud man das Guthaben der Prepaid Karte im Voraus auf und wenn das Geld aufgebraucht war, konnte eben nicht mehr telefoniert werden.

Mittlerweile haben sich Prepaid-Tarife derart verändert, dass sie Tarifen mit Vertragslaufzeit auch im Bereich der angebotenen Leistungen sehr nahe kommen. Dies geschieht hauptsächlich durch verschiedene Minuten-, SMS- oder Internet-Pakete, die der Kunde wahlweise nutzen kann. So ist es nun unter anderem möglich nach intensivem Vergleich, über Bausteine einen Prepaid-Tarif mit All Net Flatrate zum Telefonieren und Datenflat zum Surfen für das eigene Handy zusammenzubauen. Die Kosten für eine bestimmte Leistung sind allerdings bei Prepaid-Tarifen für gewöhnlich höher als bei Verträgen mit fester Laufzeit. Dafür können die Leistungen monatlich an- und abgewählt werden, was für den Verbraucher eine hohe Flexibilität mit sich bringt.

Die Uni Karlsruhe kam in ihrer Publikation „Beyond the flat rate bias: The flexibility effect in tariff choice“von Jan Kramer und Lukas Wiewiorra zu dem Schluss, dass in den meisten Fällen eine All Net Flatrate nicht dazu führt, dass in den meisten Fällen eine All Net Flatrate nicht dazu führt, dass man Geld spart, sondern die Gründe weitaus vielschichtiger sind. Dabei wird klar, dass für viele der Anreiz an einer Flatrate nicht immer darin besteht Geld zu sparen, sondern sich in Sicherheit zu fühlen.

  1. Dieses Verhalten ist Maßgeblich auf 3 Faktoren zurückzuführen:der Versicherungseffekt: Menschen sind gerne bereit für Sicherheiten zu zahlen. Am Beispiel der Reiserücktrittsversicherung lässt sich dieses Verhalten gut erklären. Kosten für diese simple Versicherung belaufen sich zwischen 20 und 350 Euro (zwischen 3% und 6% des Reisepreises). Nur für die simple Sicherheit im Notfall die Reisekosten erstattet zu bekommen. Nach diesem Prinzip lassen sich auch die Nutzer einer Telefonflatrate dazu verleiten einen höheren Beitrag zu zahlen als bei einer minütlichen Abrechnung. Damit sind sie vor dem Fall geschützt, dass man vllt. doch mal beim letzten abendlichen Gespräch vergisst aufzulegen und für ganze 8 Stunden Telefonat zur Kasse gebeten wird.

  2.  Der Überschätzungseffekt: Viele Flatratenutzer überschätzen ihre Telefongewohnheiten gnadenlos. Nur die wenigsten können ihren Verbrauch in Minuten oder SMS ausdrücken. Neuste Entwicklungen auf dem Telefonmarkt lassen den Überschätzungseffekt allerdings etwas in den Hintergrund treten. Zurzeit bekommt man eine gute All Net Flatrate für ca. 20 Euro und eine Geprächsminute oder SMS außerhalb einer Flatrate kostet meistens 9 cent. Damit lohnt sich für die meisten schon ab der 222. Minute der Umstieg auf eine All Net Flatrate. Rechnet man zusätzlich ein Datenpaket im Wert von 10 € ein, lohnt sich die Flatrate schon ab der 111. Minute

  3.  Der Taxameter-Effekt: Wenn man beim Telefonieren ständig die Rechnung im Hinterkopf hat, macht es schon nur noch halb so viel Spaß. Diesen Spaß lassen sich manche Leute auch gerne den einen oder anderen Euro kosten, obwohl sie sich sehr wohl im Klaren darüber sind, dass sie ohne Flatrate in den meisten Fällen günstiger davon kommen würden.

 

Welche Schwerpunkte man bei der Handynutzung setzt, ist maßgebend für die Entscheidung über den passenden Handytarif. Ist es die Telefonie, die Kommunikation per SMS oder der mobile Internetzugang?

Zum Beispiel Familien, die untereinander viel telefonieren oder SMS schreiben, benötigen einen Tarif mit kostenlosen oder stark reduzierten Telefonaten und SMS innerhalb des eigenen Netzes. Wer dagegen viel im Internet surft, ist auf großvolumige Datenpakete zu einem fairen Preis angewiesen.

Beispielsweise erfreuen sich bei Teenagern und jüngeren Nutzern verschiedene mobile-Messaging Dienste großer Beliebtheit. Hierzu ist eine Internet-Flatrate zwangsläufig erforderlich. Sobald das eigene Nutzungsverhalten geklärt ist, kann man beispielsweise über verschiedene Test- und Vergleichsportale im Internet seinen passenden Tarif finden.

Ein Gedanke zu „Neuste Erkenntnisse der Uni Karlsruhe: All Net Flatrates nicht in jedem Fall die beste Wahl

  1. Seba

    Schon witzig… ich habe jetzt auch eine Allnet Flat und bezahle so viel wie noch nie für das telefonieren… und das obwohl gefühlt die Telefoniekosten seit Jahren fallen

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