Flexibilität vs. Kosten – Internet und Telefon Verträge ohne feste Laufzeit

In der Telefonie sind Prepaid-Tarife schon längst bekannt und werden bereits sehr vielfältig genutzt – ob als Einstiegstarif, für den Urlaub, für die Kinder, für das Zweithandy oder gar als hauptsächlich genutzter Mobilfunktarif. Die Verträge ohne feste Laufzeit halten mittlerweile auch im Bereich der Internetdienstleistungen Einzug und erfreuen sich dort ebenfalls zunehmender Beliebtheit. Dabei stellt sich die Frage, wo die eigentlichen Vorteile dieser Tarife liegen und ob sie auch Nachteile mit sich bringen.

Im Mobilfunkbereich gilt ein Prepaid Tarif als vorausbezahltes Guthabenkonto, womit der Nutzer Dienstleistungen im Kommunikationsbereich in Anspruch nehmen kann, wenn dieses Konto aufgeladen ist. Sobald es leer ist, ist das Telefonieren, SMS Schreiben oder die Internetnutzung nicht mehr möglich, und der Nutzer muss das Konto wieder mit Guthaben füllen. Damit ist weitgehende Kostenkontrolle sichergestellt, was auch die die Bundesnetzagentur bestätigt:

Die Prepaid-Karten haben den Vorteil, dass der Endkunde eine monatliche Kostengrenze festlegen kann und er genaue Kenntnis darüber erhält, wann dieser Betrag verbraucht ist. Vorauszahlungsprodukte sind insbesondere hilfreich und deshalb zu empfehlen, wenn Minderjährigen oder zu betreuenden Erwachsenen die Möglichkeit zum Telefonieren eingeräumt wird.

Im Internetbereich geht es den bei einem Vertrag ohne feste Laufzeit weniger um die Kostenkontrolle, da sowohl Laufzeit- als auch monatliche kündbare Tarife in der Regel einen monatlichen Festpreis veranschlagen. Vielmehr ist die hohe Flexibilität ein wichtiges Argument für Internetverträge ohne eine Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Der Nutzer bekommt so jederzeit die Möglichkeit, seinen Internetdienstleister zu wechseln oder zu kündigen. Dies ist beispielsweise von Vorteil, wenn man Probleme bei einem möglichen Umzug vermeiden will oder wenn man die Qualität, sprich Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit des Internetanbieters erst einmal testen möchte.

Als Nutzer sollte man dabei bedenken, dass die Internetprovider bei monatlich kündbaren Verträgen deutlich weniger Planungssicherheit für ihre Geschäftsprozesse haben, was sich natürlich auf die Preise dieser Internettarife auswirkt. So zahlen Kunden mit Laufzeitverträgen im Normalfall weniger pro Monat als Nutzer von Tarifen ohne feste Vertragslaufzeit. abei stellen die Internetdienstleister zwar bei Laufzeitverträgen die selbe Grundgebühr in Rechnung wie bei einem gleichwertigen Internetzugang mit nur ein- oder dreimonatiger Mindestlaufzeit. Höhere Kosten fallen aber oft bei einmaligen Entgelten an (Bereitstellungskosten, Hardware). Zudem müssen Neukunden bei Tarifen ohne Mindestlaufzeit auf sonst gewährte Rabatte verzichten.

Ein Großteil der DSL- und Internetverträge wird momentan mit Laufzeiten von mindestens 24 Monaten angeboten. 12 Monate bilden dabei schon eher die Ausnahme. Und das obwohl alle Internetprovider seit Inkrafttreten der letzten TKG-Novelle am 09.05.2012 dazu verpflichtet sind mindestens einen Vertrag mit maximal 12-monatiger Mindestlaufzeit anzubieten. Die entsprechenden Tarife werden aber zum Teil zu vergleichsweise unattraktiven Konditionen angeboten und wenig prominent (wenn überhaupt) auf den Internetseiten der Unternehmen präsentiert. Auch die ein- bis dreimonatigen Laufzeiten findet man längst nicht überall. Um den Usern die Suche danach zu erleichtern, werden auf www.dsl-ohne-vertragslaufzeit.com aktuelle Internettarife aufgelistet und miteinander verglichen, darunter auch die Tarife ohne feste Laufzeit.

Ein weiterer interessanter Blogbeitrag zum Thema Prepaid-Tarife befindet sich unter „Telefonieren mit Prepaid Tarifen“.

Quelle:

 
Autor: Marcel Gero
 

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