Branchenbucheinträge – teure Masche für Selbstständige und Gewerbe

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Wenn ein Fax mehrere Hundert Euro kostet

Wenn ihr auf ein Angebot der „Gewerbeauskunft-Zentrale“ aus Düsseldorf eingeht, kann das recht teuer werden – sofern ihr selbstständig seid oder ein Gewerbe betreibt. Denn ebendieser Anbieter ruft euch an oder schickt euch direkt ein Fax raus, wobei euch ein Branchenbucheintrag angeboten wird. Das ist für viele Start-ups interessant – gerade für Dienstleister, die regional oder auch überregional auf sich aufmerksam machen möchten. Und da viele dieser Einträge kostenlos sind beziehungsweise nur eine kleine Gebühr erfordern, schicken einige Unternehmen das Fax kurzerhand unterschrieben an die Gewerbeauskunft-Zentrale zurück. Die Quittung kommt prompt: eine Rechnung mit mehreren Hundert Euro. Wer nun das Kleingedruckte liest, weiß, woher der Betrag stammt, denn die zweijährige Eintragung auf der Plattform kostet fast 1.000 Euro.

Fax von „BranchenSeiten Main-Spessart“

Es springen immer mehr Branchenbuchanbieter auf den Zug auf – viele davon haben anscheinend das Ziel, Selbstständige in gewisser Weise abzuzocken. Denn statt wertiger Einträge, die breit gestreut werden und kostenlos oder zum kleinen Preis die Reputation steigern sollen, gibt es immer öfter teure Einträge, die kaum etwas bringen. Auch bei „BranchenSeiten Main-Spessart“ erhaltet ihr ein Fax, das ihr innerhalb weniger Tage kostenlos zurückfaxen könnt. Hiernach trifft euch wiederum eine empfindliche Rechnung in Höhe von knapp 1.000 Euro für diesen Eintrag mit zweijähriger Laufzeit – und das zuzüglich der Mehrwertsteuer. Auch hier hätte man das Kleingedruckte lesen sollen, um diese horrenden Kosten zu verhindern. Euer Mehrwert: keiner. Denn der Eintrag wird auf „branchen-seiten.eu“ geführt, wobei es sich um eine Seite handelt, die am Tag unserer Recherche nicht online war.

Was tun, wenn die große Rechnung kommt?

Auch wenn ihr das Fax unterschrieben zurückgeschickt habt und dementsprechend eine hohe Rechnung erhaltet, solltet ihr erst einmal Ruhe bewahren. Denn der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) rät, die Rechnung keinesfalls zu bezahlen. Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Webseite des DSW. Falls ihr bereits bezahlt habt, solltet ihr euer Kreditinstitut anweisen, das Geld schnellstmöglich zurückzuholen, denn es bestehen sehr gute Chancen, dass ihr trotz Unterschrift und Zustimmung keinen Cent bezahlen müsst.

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