Erste Hilfe gegen die Abzocke! Wir zeigen euch, wie ihr vorgeht, wenn ihr in die Abofalle getappt seid

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Heutzutage lauern Abzocker überall – zum Beispiel im Internet und am Telefon. Da kann es schnell passieren, dass man unwissentlich in eine Falle gerät und aufgefordert wird, Geld für eine Leistung zu bezahlen, die man nie wirklich erhalten hat oder aber gar nicht abschließen wollte. Es gibt einige Grundregeln, wie ihr euch wehren könnt, wenn ihr glaubt, dass euch jemand abzocken möchte:

Auf keinen Fall bezahlen

Im Zuge von Abofallen hat sich im Jahr 2010 selbst die deutsche Bundesjustizministerin klar und deutlich zu Wort gemeldet. Sie sagt, dass ihr keinesfalls zahlen sollt, wenn ihr in eine Abofalle getappt seid. Wartet in diesem Fall lieber ab, ob sich der Abzocker überhaupt noch mal meldet. Schreibt zur Sicherheit einen Widerruf und macht klar deutlich, dass ihr keiner der in Rechnung gestellten Leistungen zugestimmt habt. Bleibt also stur! Das reicht oft schon aus.

Zeigt keine Reaktion auf die Rechnungen der Abzocker

Im Normalfall erhaltet ihr eine schriftliche Zahlungsaufforderung in Verbindung mit dem Hinweis, dass ihr ein Abo oder eben einen Vertrag abgeschlossen habt – teilweise postalisch, teilweise nur per E-Mail oder SMS. Die erste Maßnahme lautet: Nicht reagieren. Lasst euch nicht einschüchtern, auch dann nicht, wenn ihr sogar einen Mahnbescheid erhalten solltet. Diese sind nichtssagend und keinesfalls rechtens. Denn wurdet ihr getäuscht – beispielsweise da ihr klar von einer kostenlosen Leistung ausgegangen wart –, wurde auch kein Vertrag abgeschlossen. Bewahrt also Ruhe und wartet ab. Solltet ihr nun wider Erwarten noch einmal Post bekommen, könnt ihr euch unter Umständen an die Verbraucherzentrale wenden. Diese kennen die Maschen und halten sogar spezielle Schreiben für euch bereit, falls ihr doch reagieren möchtet. Aber auch hier solltet ihr besser abwarten beziehungsweise nichts unternehmen, denn spätestens nach einer Mahnung geben die meisten Abzocker auf.

Was tun, wenn sich der Anwalt oder das Inkassobüro meldet?

Wenn Post von einem eingetragenen Anwalt oder von einem Inkassobüro eingeht, zahlen viele Geschädigte die Zeche – ohne dass sie jemals irgendeiner kostenpflichtigen Leistung zugestimmt haben. Auch hier heißt es Ruhe bewahren! Die Büros wissen in diesem Fall zumeist nichts Genaues über ihre Mandate und agieren als reiner Dienstleister. Sie sind lediglich mit der Einziehung der Forderung beauftragt worden. Sofern diese aber gar nicht besteht und ihr zu Unrecht aufgefordert werdet, solltet ihr euch direkt an den jeweiligen Anwalt oder das Inkassounternehmen wenden und mitteilen, dass die Forderung nicht berechtigt ist. Normalerweise werden die Forderungen dann direkt wieder an den Auftraggeber zurückgegeben. Denn die Beweispflicht liegt beim Anbieter! Also bei dem, der die Forderung beauftragt! Habt also keine Angst, wenn sich ein solches Büro bei euch meldet, denn diese Inkassounternehmen prüfen in der Regel nicht, ob eine Forderung überhaupt berechtigt ist. Sie geben damit nur das Anliegen des Mandanten weiter, mehr nicht.

Nutzung der persönlichen Daten deutlich widersprechen

Einige Abos haben nur sekundär das Ziel, an das Geld der Nutzer zu gelangen. Hier sind die Nutzerdaten oftmals deutlich wichtiger. Denn diese bringen dem einen oder anderen Anbieter Geld ein, und zwar dann, wenn sie von einem windigen Unternehmen illegal abgekauft werden – beispielsweise zu Werbezwecken. Habt ihr Bedenken, dass eure Daten im Zuge einer Abzocke oder aber ominösen Gewinnspielteilnahme unrechtmäßig verwendet werden könnten, solltet ihr schriftlich widersprechen, um auf Nummer sicher zu gehen. Dies gilt generell für alle fragwürdigen Onlineangebote, bei denen ihr unter Umständen unbewusst der Nutzung eurer Daten zugestimmt habt. Macht schriftlich klar deutlich, dass ihr der Datennutzung widersprecht. Und verlangt in diesem Zusammenhang auch eine schriftliche Bestätigung.

Alternative zum Abwarten: Aktiv werden und den Spieß umdrehen

Wenn ihr selbst aktiv gegen Abzocker vorgehen möchtet, gibt es einige recht vielversprechende Möglichkeiten, den Spieß einfach mal umzudrehen. Es ist generell schwierig, direkt an die Initiatoren heranzukommen, denn diese steuern die Abzocketelefonate oder sonstige Abos zumeist aus dem Ausland. Allerdings verfügen diese durchaus über Konten in Deutschland. Das müsst ihr spätestens dann feststellen, wenn ihr einer solchen Masche zum Opfer gefallen seid und Geld an eines dieser Konten überweisen sollt. Schreibt zum Beispiel einfach mal einen Brief an die Bank des Abzockers und weist darauf hin, dass es sich beim jeweiligen Kontoinhaber mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Betrüger handelt. Denn die Banken selbst haben in konkreten Fällen gar keine Kenntnis darüber. Seriöse Geldinstitute reagieren im Regelfall auf derartige Schreiben. Ein weiteres probates Mittel, das ihr stets durchführen solltet, wenn ihr eine Abzocke aufdeckt: Meldet den Anbieter oder aber die jeweilige Telefonnummer der Bundesnetzagentur. Diese blockiert dann beispielsweise die entsprechenden Rufnummern und geht der Sache auf den Grund. Solltet ihr sogar ein Schreiben eines Anwalts oder eines Inkassobüros erhalten, könnt ihr ebenfalls reagieren: Beschwert euch direkt über den jeweiligen Mandanten und begründet euer Gesuch mit der zweifelhaften Seriosität des potenziellen Abzockers. Letztlich besteht natürlich noch die Möglichkeit der Klage. In diesem Bereich sind Sammelklagen üblich, wobei ihr euch für weitere Informationen an eure Verbraucherzentrale wenden könnt. Wird aus der Abofalle ein Betrugsfall, solltet ihr nicht zögern, den jeweiligen Anbieter anzuzeigen. Die Polizei wäre verpflichtet, einer Anzeige nachzugehen, was gerade bei empfindlichen und schweren Abzocken ein probates Mittel sein kann.

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2 Gedanken zu „Erste Hilfe gegen die Abzocke! Wir zeigen euch, wie ihr vorgeht, wenn ihr in die Abofalle getappt seid

  1. Pingback: Abzocke und Drohanrufe: Lotto 3.000 | Tellows Blog

  2. Jens Gebele

    Hallo, es gibt eine ziemlich perfide Abzocke durch Healthy-Men.net (Damit Mann wieder Mann sein kann). Durch Werbung und Videos speziell für Männer wird man zu einer Gratis Probepackung um die Potenz des Mannes zu steigern gebracht. Genau nach 10 Tagen bekommt man dann eine Rechnung über 147,-€ die sofort fällig sind. Es wird also ein Abo ausgelöst, welches absolut schwer zu lösen ist. Da diese Art von Geschäft in Deutschland gar nicht erlaubt ist, sollte man auch auf gar keinen Fall bezahlen. Ich persönlich hatte nach der Einnahme auch gesundheitliche Probleme bekommen, was ich denen auch mitgeteilt hatte. Allerdings gibt es bei dieser Firma keinen echten Support, sondern nur Geldeintreiber.
    Hinweis:
    Gebt doch mal der Bank einen Hinweis wer sich hinter dem angegebenen Konto verbirgt.

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