1.000 statt 10 Euro! Wenn das Prepaid Handy zur Kostenfalle wird

Wenn die Kostenkontrolle nicht mehr funktioniert

Es gibt diverse Handyangebote im Prepaidumfeld, die eine volle Kostenkontrolle versprechen. Und eben aus diesem Grund greifen sehr viele Handynutzer zu den übersichtlichen und mittlerweile auch sehr günstig gewordenen Prepaidtarifen. Bei vielen Anbietern kann man die automatische Abbuchung beziehungsweise Geldaufladung wählen. Wird ein gewisser Guthabenbetrag unterschritten, bucht der Anbieter zum Beispiel 10 oder 15 Euro nach, damit wieder genug Guthaben vorhanden ist. Das klappt wunderbar – aber auch nur dann, wenn man die Kosten und vor allem das Kleingedruckte des Vertrags geprüft hat. Denn auch wenn das Telefonieren oder auch SMS schreiben günstig ist, heißt das noch lange nicht, dass dies auch für das mobile Surfen gilt! Denn hier wird oft ganz anders abgerechnet. Und dies ist besonders dann tückisch, wenn ihr euch ein Smartphone anschafft und auf den alten Prepaidtarif zugreift.

Das konkrete Beispiel Smartphone

Es ist in vielen Fällen vorgekommen, dass Smartphones mit Internetzugang sehr hohe Kosten verursacht haben. In der Folge haben die jeweiligen Prepaidanbieter dann nicht die veranschlagten 10 Euro automatisch aufgebucht, sondern gleich mehrere Buchungen hintereinander vorgenommen – zulasten der Kunden. Denn diese waren ja davon ausgegangen, dass sie die volle Kostenkontrolle haben und vom Anbieter benachrichtigt werden, wenn das Guthaben aufgebraucht. In der Praxis ist diese Kostenkontrolle allerdings ausgeblieben. Teure Internetzeiten wurden auf einen Schlag berechnet, was mit einem Mal zu mehreren Hundert Euro Handygebühren geführt hat.

Internetkosten werden nicht über das aufgeladene Guthaben abgerechnet

Die Frage, warum die Kostengrenze nicht eingesetzt hat und weshalb die Kunden keine automatische Aufladung erhalten haben ist einfach: Das Prepaidprinzip erstreckt sich oft lediglich auf SMS und Telefonie. Kosten für die Nutzung des mobilen Webs werden hingegen separat abgerechnet – quasi über eine andere Rechnung. Ihr solltet also unbedingt das Kleingedruckte lesen und schauen, ob euer Anbieter eventuell ähnlich vorgeht. So sollte gerade in Bezug auf Prepaid und Smartphone mit dem mobilen Web Vorsicht walten.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Ist euch das genannte Malheur passiert, sodass ihr eine Rechnung in Höhe von mehreren Hundert Euro oder gar noch mehr erhalten habt, ist guter Rat teuer. Denn wenn ihr euch einmal den mit eurem Anbieter abgeschlossenen Prepaidvertrag genau anschaut, werdet ihr mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die Internetkosten separat und tendenziell hoch berechnet werden. Falls dies passiert, solltet ihr über weitere Schritte nachdenken. Dies haben auch andere Nutzer gemacht. So hat sich ein Kunde mit demselben Problem an das Landgericht Berlin gewandt und zumindest vorläufig Recht bekommen. Wendet euch im Zweifel an einen Anwalt oder die Verbraucherzentrale und sprecht diese auf den Sachverhalt mit dem Aktenzeichen AZ 38 0 350/10 des Landgerichts Berlin an.

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