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Verbraucherabzocken 2011 – die Verbraucherzentrale NRW zieht Bilanz
Verfasst von tellows.de Team unter Wissensbasis am 7. Februar 2012
An Ideen hat es den Betrügern und Abzocker auch im Jahr 2011 nicht gemangelt: Die Maschen reichten von der Anpreisung eines Autogewinns, eines Tankgutscheins, eines Stromvertrags oder eines attraktiven kostenlosen Abos bis hin zu Angeboten für Kaffeefahrten. Die Verbraucherzentrale NRW zieht Bilanz des Jahres 2011:
Werbeanrufe? Die sind doch verboten
Man möchte es aufgrund der Masse an Werbecalls kaum glauben: Aber derartige Werbeanrufe sind tatsächlich verboten! Und trotzdem versuchen es Abzocker immer wieder. Die Gründe sind einfach: Die Masche geht oft auf, und wenn der Abzocker aus dem Ausland agiert, kommt man als Geschädigter nur schlecht an die Betrüger ran. Und wenn man Geld überwiesen hat, ist dieses ohnehin so gut wie verloren. Top-Abzockskandal des Jahres 2011 war sicherlich die Betrugsmasche aus Istanbul, wo man einen brandneuen Mercedes im Wert von mehreren Zehntausend Euro als Gewinn versprochen hat. Zum Erhalt müsse man Geld vorab überweisen – einige Hundert Euro an Steuern und Überstellungsgebühren. Wer das tat, war sein Geld los – und der Abzocker um Einiges reicher. Abzocken mit Magazin-Abos wurden ebenfalls von vielen Geschädigten beklagt. Hier wurde unter anderem wie folgt vorgegangen: Abzocker rufen an und behaupten, dass gegen euch eine Forderung in Höhe von mehreren Hundert Euro vorliegt. Die Summe habe sich binnen der letzten Monate oder Jahre angesammelt, da ihr an einem Gewinnspiel teilgenommen haben sollt – irgendwo im Web. Das Angebot des Abzockers: Entweder ihr zahlt, oder ihr schließt ein Abo einer Zeitung ab. Nahrungsmittel- und Medikament-Proben wurden ebenfalls reichlich angeboten und auch angenommen, wonach allerdings ein teures Abo folgte.
Anwälte, Polizisten, Verbraucherzentrale
2011 wurden außerdem viele Fälle akut, in denen sich Abzocker als Mitarbeiter einer öffentlichen oder vergleichbaren Einrichtung ausgegeben haben. So wurden von falschen Anwälten und Richtern falsche Aktenzeichen durchgegeben. Falsche Polizisten baten um die Mithilfe, um Abzockverbrecher zu stellen. Falsche Notare versprachen einen Gewinn und falsche Verbraucherzentralen versprachen gute Nachrichten – in jedem Fall musste man aber Geld überweisen oder Daten rausrücken. So wurde auch der kostenpflichtige Schutz vor Telefonterror angeboten – und das von Abzockern selbst. Denn ein Schutz vor Abzockanrufen ist eigentlich gar nicht möglich.
Ivan Milosevic
Wer Post von Ivan Milosevic bekommen und reagiert hat, war ebenfalls Geld los. Hierhinter verbirgt sich das in Sachen Abzocken äußerst populäre Unternehmen „NTT Telco“, das als Diensteanbieter und gleichzeitig unseriöses Inkassounternehmen Geld eintreibt. Hier erhielten Betroffene ein Schreiben mit einer Forderung in Höhe von etwa 100 bis 180 Euro. Dabei wird vorgegeben, dass es sich um eine Rechnung resultierend aus der Teilnahme an dem Gewinnspieleintragsdienst „Winfinder“ handelt. Hier versuchte man auch mit massiver Bedrohung Geld einzutreiben, was des Öfteren Erfolg hatte. In diesem Kontext war ebenfalls vom Bonusprogramm „Automobilservice Deutschland GmbH“ bzw. der „Epsilon GmbH“ die Rede.
Telefonabzocke im Web
Viele Abzocker haben sich 2011 Anrufe gespart und sind kurzerhand ins Webbetrugsgeschäft eingestiegen. Hier hagelte es ebenfalls Beschwerden von Opfern – unter anderem nach einer Teilnahme an Online-Gewinnspielen. So wurde ein Apple-Produkt für die Teilnahme an einem Quiz in Aussicht gestellt. Man brauchte dazu nur die Handynummer einzugeben, worauf hin ein Zugangscode übersendet werden sollte. Die Quizfragen wollte man per SMS übermitteln. Wer nun aber die Nummer eingegeben hatte, war bereits in die Falle getappt. Denn hierdurch ist man einen Vertrag über 4,99 Euro im Monat eingegangen, der über die Mobilfunkrechnung abgewickelt wurde. Ähnliches wurde versucht, indem man einen kostenlosen Fernseher oder Vergleichbares in Aussicht stellte.
Auch Kaffeefahrten wurden wieder angeboten …
…, zumindest auf dem Papier. Hier köderte man insbesondere gutgläubige Senioren mit einem attraktiven Gutschein und lockte sie so an einen zentralen Ort. Dort angekommen war der Gutschein dann für praktisch wertlose Gegenstände einlösbar. Statt einer Kaffeefahrt gab es eine Verkaufsveranstaltung. Andere lockten mit Reisen zum Nulltarif, für die dann allerdings horrende Servicegebühren anfielen.
Telefonabzocke: Vorsicht vor Betrügern, die sich als Amtsrichter ausgeben
Verfasst von tellows.de Team unter Wissensbasis am 2. Dezember 2011
Der Amtsrichter aus Freising
Das Landratsamt Freising macht auf eine besonders dreiste Masche aufmerksam, bei der sich ein Anrufer als Mitarbeiter des Amtsgerichts Freising ausgibt. Dieser gibt an, dass euer Name auf einer Gewinnspielliste oder auf einer Gewinnspielteilnehmerliste aufgetaucht ist. In diesem Zusammenhang wird euch unterstellt, dass ihr einen Vertrag abgeschlossen habt, aus dem ihr euch aber nun an offizieller Stelle herauskaufen könnt – mit mehreren Hundert Euro! Und der sogenannte Mitarbeiter bietet euch sogar noch eine Alternative: Schließt doch einfach ein Zeitungsabonnement ab. Denn dann werden euch die mehreren Hundert Euro Gebühren kurzerhand erlassen. Dass es sich dabei um Abzocke handelt, sollte eigentlich recht schnell deutlich werden. Erstens ruft der Amtsrichter recht selten an. Zweitens ruft dieser erst gar nicht an, wenn es ums Geldeintreiben geht. Drittens wird euch ein Amtsrichter niemals ein Abonnement anbieten.
Senioren im Fokus
Wenn man allerdings bedenkt, dass vor allem ältere Mitmenschen im Fadenkreuz der Abzocker stehen, könnte eine solche Masche sogar das eine oder andere Mal erfolgreich verlaufen. Wenn ihr einen ähnlichen Anruf erhalten solltet und euch nicht sicher seid, ob es sich nicht vielleicht doch um einen offiziellen Anruf handelt, könnt ihr recht einfach prüfen, wie echt das Anliegen ist: Fragt nach einer Rückrufnummer. Wenn euer Gesprächspartner hier eine Ausrede findet, um euch die Nummer nicht zu geben, handelt es sich definitiv um Betrug. Das seht ihr auch oft schon dann, wenn ein sogenannter Mitarbeiter vom Amtsgericht seine Rufnummer unterdrückt. Ihr geht in jedem Fall auf Nummer sicher, wenn ihr zweifelhafte Anrufe kritisch hinterfragt. Sofern sich jemand am Telefon für einen Mitarbeiter einer Behörde oder gar eines Gerichts ausgibt, empfehlen ebendiese Instanzen, im Zweifelsfall direkt bei der öffentlichen Stelle anzurufen und sich zu vergewissern. Macht vor allem eure älteren Mitmenschen auf derartige Betrügereien aufmerksam.



